La Cura

© Edward Lora

Mi 06.05.26, 19:30

Compañia Colombiana de Danza Contemporánea

Pina Bausch Zentrum under construction, Bundesallee 260, Wuppertal
Eintritt: 18 Euro / ermäßigt 9 Euro

Zum ersten Mal in Deutschland: Die Compañía Colombiana de Danza Contemporánea. Die Choreografie stammt von Urban Art-Spezialist Julio César Iglesias Ungo aus Kuba, der bereits 2025 mit zwei Produktionen bei uns zu Gast war. Spannender urbaner und zeitgenössischer Tanz treffen aufeinander. Nach El Vacio / Die Leere präsentiert die Kompanie La Cura / Die Heilung.

Zum Stück:
„Kein Baum kann bis in den Himmel wachsen, wenn seine Wurzeln nicht bis in die Hölle reichen.“ – Carl Gustav Jung

The Cure basiert auf der Erkenntnis, dass jeder Prozess der Veränderung, Transformation und Wiedergeburt eine Kraft beinhaltet, die zwar gewalttätig erscheinen mag, im Grunde aber ganz natürlich ist. So wie Vulkane die Erde formen oder Geburt durch Schmerz und Blut geschieht, manifestiert sich das Leben in einem ständigen Gleichgewicht zwischen Chaos und Ordnung. Das Stück offenbart, dass Heilung und die Wiederverbindung mit unserem Wesen keine glatten oder linearen Wege sind, sondern vielmehr Erfahrungen von Bruch und innerer Umwälzung, die uns zwingen, uns den rohesten Aspekten unseres Seins zu stellen. Transformation wird nicht idealisiert; sie wird in ihrer Gesamtheit offenbart: der Kampf, das Zerreißen, der Widerstand und auch die Schönheit, die durch Hingabe entsteht. Es ist eine Reise, auf der der Körper zu einem Feld der Spannung zwischen Wunde und Heilung wird und das Publikum einlädt, diesen tiefen und viszeralen Übergang nicht nur zu beobachten, sondern in sich selbst zu spüren.

Die Verbindung zwischen den Stücken La Cura (Die Heilung) und El Vacio (Die Leere)
Zwischen La Cura und El Vacio besteht eine tiefe Verbindung: Sie sind keine Gegensätze, sondern zwei Punkte auf derselben inneren Bahn. El Vacio entsteht als Folge spirituellen Verfalls, eines Zustands, in dem die innere Zersplitterung des Individuums eine umfassendere kollektive Entfremdung widerspiegelt. In diesem Bereich verliert der Körper seine Orientierung, Bedeutung löst sich auf, und die Suche nach Erlösung wird oberflächlich – angetrieben von äußeren Zwängen, die schnelle Antworten versprechen, aber die gemeinsame spirituelle Krise vertiefen.

La Cura entsteht genau aus dieser Leere heraus – nicht als unmittelbare Lösung, sondern als Antwort, die das Durchschreiten dieser Leere erfordert. Beide Zustände haben den Bruch gemeinsam: das Zerbrechen des Selbst, die Konfrontation mit dem Wesentlichen und das Aufdecken dessen, was geleugnet wurde. Wenn die Leere die Abwesenheit von Sinn und die Entfremdung vom eigenen Wesen darstellt, ist die Heilung die Bewegung, die aus der Anerkennung dieser Abwesenheit entsteht – sie ermöglicht es dem Körper, dem Zusammenbruch zu begegnen und die Wunde in eine Möglichkeit zu verwandeln. Auf der Bühne stehen diese beiden Kräfte in ständigem Dialog. Die Leere ist nicht bloß Abwesenheit, sondern der notwendige Raum, in dem etwas wiedergeboren werden kann. Die Heilung wiederum leugnet weder den Fall noch den Bruch, sondern integriert sie als Teil des Prozesses der Wiederverbindung.

Gemeinsam offenbaren sie, dass Heilung und spiritueller Verfall Teil desselben Zyklus sind: sich selbst verlieren, um wiedergefunden zu werden; sich selbst entleeren, um den Körper und den Sinn wieder zu bewohnen.

Auftrittsgeschichte
La Cura wurde aufgeführt bei:

  • der Internationalen Tanzbiennale von Cali (im Rahmen eines fortlaufenden Programms zusammen mit El Vacio)
  • dem Tanzfestival in Alt-Havanna
  • in Suriname
  • auf zahlreichen Bühnen in ganz Kolumbien
  • der „Fiesta Escénica“ im Teatro Nacional Sucre (Quito), wo das Stück sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern großen Anklang fand

Die Compañía Colombiana de Danza Contemporánea wurde im Juni 2015 unter der künstlerischen Leitung von Arlai González Padín gegründet. Derzeit umfasst die Kompanie fünfzehn Tänzer. Sie hat an nationalen und internationalen Veranstaltungen teilgenommen, darunter das X. Internationale Ballettfestival von Cali, die 3. Internationale Tanzbiennale von Cali und das XXI. Festival Habana Vieja, Ciudad en Movimiento, das vom kubanischen Kulturministerium und der Kompanie Retazos gesponsert wird, sowie als Gäste des Thalia-Theaters in Surinam. Außerdem hat es mit internationalen Choreografen wie Jorge Abril Santander, dem in Deutschland lebenden kubanischen Choreografen Julio César Iglesias Ungo, dem französische Choreografen Davy Brun in seiner Zeit als Direktor des Konservatoriums von Lyon, Frankreich, dem französische Choreografen Redha Benteifour und der spanischen Choreografin Susana Pous zusammengearbeitet.

Compañia Colombiana de Danza Contemporánea – CCDC
Dauer: 45 Minuten
Choreographie: Julio César Iglesias Ungo
Musik: Julio Cesar Iglesias AKA / J-Lawton
Costume design: Ángelo Restrepo Grajales
Licht Design: Mauricio Ordóñez
Ensemble: Compañia Colombiana de Danza

Das Gastspiel wird realisiert Dank der freundlichen Unterstützung des Goethe-Instituts.