Compassionate Dance Storm

Sa 07.02.26, 19:30

Eintritt frei

— eine gebrochene Lecture, klangliche Eruption und choreografisches Hervortreten, in der finanzielle Abstraktion, elektromagnetisches Rauschen und verkörperter Mythos aufeinandertreffen.

Pina Bausch Zentrum under construction, Bundesallee 260, Wuppertal

Zwischen Lecture, elektronischem Musikkonzert und Tanz changierend, versammelt die Arbeit fragmentierte Perspektiven zu dem, was sie eine „Choreografie des Mitgefühls" nennt: eine Art des Wahrnehmens und der Bewegung, die auseinanderlaufende Linien über die Möglichkeit des Koexistierens miteinander verbindet.

Compassionate Dance Storm entfaltet sich als unbeständige Konstellation, in der abstrakte finanzielle Logiken durch die Geschichte des Tanzes nachgezeichnet werden,. Sie werden zugleich von elektromagnetischen Störungen durchkreuzt, die den Raum für entfernte, widersprüchliche Stimmen öffnen. Diese Stimmen – mythisch, spekulativ und verstörend – unterbrechen den Vortrag nicht so sehr, als dass sie ihn infiltrieren: Sie bilden eine dichte Polyphonie, die Sprache in statisches Rauschen kollabieren lässt und Sinnproduktion neu organisiert. Aus diesem Sturm aus Geräusch, Rhythmus und fluktuierenden Frequenzen materialisiert sich eine Choreografie, als wäre sie bereits im Gange, und hält den Körper kurzzeitig in einem instabilen klanglichen Feld in der Schwebe.

Entwickelt während einer Residenz im Pina Bausch Zentrum under construction, nimmt die Performance die Offenheit des Ortes in sich auf und lässt überlagernde Formen des Lebens, Hörens und Wahrnehmens eine gesteigerte Aufmerksamkeit erzeugen – kulminierend in einer visceralen Begegnung, in der Klang, Bewegung und Denken im Körper zusammenlaufen.

Choreografie, Musik, Text, Video und Performance: Cássio Diniz Santiago
Dauer: 53 Minuten

Cássio Diniz Santiago (*1973, São Paulo) ist Performancekünstler, Lehrer, Theater- und Tanzschaffender, Dramaturg und Forscher. Er hat einen Bachelorabschluss in Performing Arts von der Staatlichen Universität Campinas, Brasilien. Seine Performance-, Theater-, Tanz- und multidisziplinären Kunstprojekte wurden international präsentiert, unter anderem auf der Biennale von São Paulo, im Museum für Moderne Kunst in São Paulo, beim Baltic Circle International Theatre Festival, an der Akademie der Künste Berlin sowie im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt.

2015 und 2016 war er Fellow an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Er hielt Vorträge, Seminare und Workshops unter anderem am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der Stockholmer Akademie für Dramatische Künste. 2020 erhielt er das Werner-Düttmann-Stipendium der Akademie der Künste, Berlin. 2021 wurde er von der Thüringer Kulturstiftung gefördert und entwickelte im selben Jahr die Performance Grammar. 2022 erhielt er ein Stipendium der European Alliance of Academies für das Projekt Syntax of Care. Seit 2017 lebt und arbeitet er in Deutschland.

https://cassiodinizsantiago.com