Schauspielhaus-Jubiläum: 60 Jahre Graubner-Bau

© Pina Bausch Zentrum

Do 24.09. – So 27.09.26

Pina Bausch Zentrum under construction, Bundesallee 260, Wuppertal

Die Kunst muss zu weit gehen, um herauszufinden, wie weit sie gehen darf. (Heinrich Böll)

„Der 24. September 1966 war ein denkwürdiger Tag für Wuppertal und für die deutsche Kulturlandschaft. An diesem Tag geschah mehr als die Eröffnung des Schauspielhauses. Dank Heinrich Böll“, so schrieb Chefredakteur Lothar Leuschen in der WZ 2019 anlässlich des 90-jährigen Stadtjubiläums. „Der Auftakt war ein Donnerschlag. Die Rede des späteren Literatur-Nobelpreisträgers Heinrich Böll wurde nicht nur im Wuppertaler Schauspielhaus vernommen. Der Schriftsteller sprach am 24. September 1966 zur Eröffnung des Gerhard Graubner-Baus über die Freiheit der Kunst.“

1963 wird der Architekt Prof. Gerhard Graubner, gemeinsam mit Dr. Akira Sato, einem der renommiertesten japanischen Landschaftsarchitekten, mit dem Bau beauftragt. Es entsteht ein visionäres Ensemble, das Architektur und Umgebung in besonderer Weise miteinanderverbindet. Der Bau wird zur Architekturikone.

Das Schauspielhaus entwickelt sich zu einem Zentrum für zeitgenössische Bühnenkunst und war über Jahrzehnte ein kultureller Möglichkeitsraum. Hier begegneten sich große Namen der Theater- und Tanzgeschichte. Pina Bausch wird zur Spielzeit 1973/74 vom damaligen Intendanten Arno Wüstenhöfer als Leiterin des Wuppertaler Ballett, das sie bald in Tanztheater Wuppertal umbenennt verpflichtet. Neben ihr waren auch Luc Bondy, Peter Zadek und Hans Neuenfels oder die Bühnenbildnerin Hanna Jordan prägend für diesen Ort. Für zahlreiche Menschen begann hier die erste intensive Begegnung mit der Kunst, dem Tanz und dem Theater – oftmals bereits in der Jugend.

Gemeinsam mit dem Förderverein Pina Bausch Zentrum wird vom 24. bis zum 27. September das 60. Jubiläum im zukünftigen Pina Bausch Zentrum mit unterschiedlichen Formaten gefeiert, gerade auch mit jungen Menschen und für die kommenden Generationen. Das Jubiläumswochenende versteht sich zugleich als Rück- und Ausblick. Gefeiert wird ein Haus, das voller kultureller und persönlicher Erinnerungen steckt und das mit dem geplanten Pina Bausch Zentrum ein offener Ort der Begegnung, der Innovation und der internationalen Kunst bleiben soll.

Das Programm des Jubiläums-Wochenende veröffentlichen wir in Kürze.