par Terre / Anne Nguyen Dance Company Underdogs

Performance

©️ Patrick Berger
11.12.2021, 22:00–22:45

Underdogs

Choreographie Anne Nguyen

Besetzung Sonia Bel Hadj Brahim, Arnaud Duprat, Pascal Luce 

Lichtdesign Ydir Acef 

Musik Sébastien Lété 

Underdogs sind diejenigen, von denen erwartet wird, dass sie verlieren, niemals eine sichere Wette. Sie sind es, die sich nahtlos in die urbane Landschaft einfügen, auf die unser Blick ruht, aber nie zu verweilen wagt. Die choreografische Arbeit enthüllt, wie unsere Körper von urbanen Bildern durchdrungen werden und welche Spuren diese hinterlassen. Welche Einflüsse nehmen wir auf, mit welchen Charakteren identifizieren wir uns, um unsere Persönlichkeiten, unsere Körperzustände aufzubauen? Hip-Hop, die urbane Tanzform schlechthin, wird von allem angetrieben, was die Normen herausfordert. Die Tänzerin ist bestrebt, jedes Zeichen einer Übertretung zu erkennen und in eine kreative Geste zu verwandeln.

Wenn ich einer Tänzerin zuschaue, bin ich von diesen verinnerlichten Zeichen berührt. Denn Hip-Hop bezieht seine Inspiration aus den Körperhaltungen, Gesten und Energien der Charaktere, die in den Clubs und in den Arbeitervierteln der 1970er Jahre in Amerika  zu finden sind. Während dieser Performance möchte ich, dass die Tänzerinnen und Tänzer die eigentliche Quelle ihrer gestenhaften Handlungen durch ihren Tanz erforschen: mit welchen Symbolen, mit welchen sozialen Markern verbindet er sich? Wie beziehen sich die Tänzer persönlich und emotional auf die Etymologie ihres eigenen Tanzes? Wie tief wurzelt die explosive Energie ihrer Körper in der Rebellion oder in der Rebellion von Volksbewegungen, die für die Underdogs, für die Ausgestoßenen unserer Gesellschaft kämpfen?   Für dieses Projekt stelle ich mir drei Tänzer vor, eine Frau und zwei Männer, die versuchen, zusammenzuhalten. Durch ihren Tanz verkörpern sie eine mal provokative, mal transgressive, mal bedrückende, mal befreiende urbane Bildsprache. Indem sie tief in verschiedene Seinszustände eintauchen, erforschen sie das kollektive Unbewusste, das sie vereint, und begeben sich auf einen tiefen Prozess der Introspektion.  Vor dem Hintergrund von Soulmusik, die an das politische Klima der 1970er Jahre in Amerika erinnert, stellen sie sich stolz der unsichtbaren Masse ihres urbanen Erbes. Durch den Blick des anderen und durch die Begegnung mit ihren eigenen inneren  Antagonismen betonen die drei Tänzerinnen die tiefe Verbundenheit, die sie verbindet, sowie die Entscheidungen, die sie zu Individuen mit vollwertigen Persönlichkeiten machen.  

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